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Schwimmen mit Tracheostoma
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Am 7. November 2025 fand erstmals ein Schwimm- und Wassertherapie-Training des Landesverbands der Kehlkopfoperierten Hamburg/Schleswig-Holstein statt. Viele Mitglieder hatten sich seit Längerem ein solches Angebot gewünscht – nun konnte es umgesetzt werden!Warum Wassertherapie so wertvoll ist
Wassertherapie stärkt auf sanfte Weise Herz, Lunge, Muskulatur und Gelenke. Der Auftrieb des Wassers entlastet den Körper, ermöglicht schmerzfreie Bewegungen und fördert Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit. Für Kehlkopfoperierte spielt ein zusätzlicher Aspekt eine wichtige Rolle: Da durch das Tracheostoma der natürliche Atemwiderstand der Nase fehlt, kann die Lungenfunktion langfristig nachlassen. Bewegung im Wasser, vor allen Wassertherapeutische Angebote, wirken dem entgegen, unterstützt die Atmung und verbessert die allgemeine Fitness – sicher, schonend und spürbar wohltuend.
Gelungener Auftakt mit Theorie und Trockenübungen
Der Nachmittag begann im Clubhaus eines örtlichen Turnvereins. Unsere Wassertherapiebeauftragte Anja Janßen und der Bundeswassertherapiebeauftragte Thomas Becks führten die Teilnehmenden in die Besonderheiten der Wassertherapie ein und erklärten anschaulich den sicheren Umgang mit Kanüle und Wassertherapiegerät. Ein Teilnehmer brachte es treffend auf den Punkt: „Allein die Theorie hat mir schon Sicherheit gegeben. Man merkte sofort, dass die beiden absolute Profis sind.“
Bei den Trockenübungen bekamen die Teilnehmer ein Gefühl dafür, was es bedeutet, eine Kanüle in das Stoma einzuführen und den nicht zu vermeidenden Hustenreiz, der aber nach kurzer Zeit nachläßt, zu überstehen.
Nach diesen Trockenübungen ging es alsbald gut vorbereitet ins nahegelegene Hallenbad, wo ein Kursbecken exklusiv zur Verfügung stand.
Ein bewegender Moment im Wasser
Das angenehm warme Becken bot ideale Bedingungen. Nachdem alle ihr Wassertherapiegerät angelegt hatten, folgte der Moment, auf den viele hin gefiebert hatten: der erste Schritt ins Wasser. Zuerst wurde die Dichtigkeitsprüfung durchgeführt, anschließend wagten sich die Teilnehmenden an die ersten Schwimmzüge. Die Resonanz war überwältigend: „Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich so schnell wieder wohlfühlen würde. Das Wasser hat mir richtig gutgetan.“ Für viele, die Wasser lange gemieden hatten, war es ein emotionaler Augenblick. Eine Teilnehmerin fasste es so zusammen: „Es war ein Stück Freiheit, das ich zurückbekommen habe.“ Einige ließen den ersten Trainingstag bei einem gemeinsamen Essen an der Elbe ausklingen – ein schöner Abschluss, der die Gruppe noch enger zusammenschweißte.
Weiterführung eine Woche später
Bereits eine Woche später traf sich die Gruppe erneut zum Training. Die anfängliche Vorsicht wich merklich wachsender Sicherheit. Die Stimmung war gelöst, die Freude am Wasser deutlich spürbar.
Ein Angebot mit Zukunft
Die Rückmeldungen waren durchweg positiv. Auch Mitglieder, die dieses Mal nicht teilnehmen konnten, haben bereits ihr Interesse für das kommende Jahr bekundet. Der Landesverband ist sich sicher: Dieses Wassertherapie-Training wird fester Bestandteil unseres Angebots.
Fazit
Das neue Schwimm- und Wassertherapieprogramm schenkte den Teilnehmenden nicht nur Bewegung und Sicherheit, sondern auch Selbstvertrauen, Gemeinschaft – und vor allen ein Stück Lebensqualität.
Wir freuen uns auf die Fortsetzung im nächsten Jahr.
„Ein persönlicher Rückblick und Blick in die Zukunft“
Ich, Thomas Becks, habe mich sehr gefreut, als mich Michael Fürst fragte, ob ich das Was-sertherapieseminar des Landesverbands unterstützen würde. Anja Janßen, die Wasserthera-pie-Beauftragte für Hamburg, und Michael Fürst hatten ein äußerst professionelles Pro-gramm zusammengestellt, und die Wahl der Örtlichkeiten war hervorragend. Im Clubhaus der Dockenhuder Turnerschaft war alles vorhanden, was für die theoretische Einweisung benötigt wurde. Besonders erfreulich war, wie engagiert und wissbegierig die Teilnehmen-den mitarbeiteten. Und ganz nebenbei: Das Fingerfood zu Beginn des Seminars war sehr lecker.
Das Anlegen der Wassertherapiegeräte funktionierte nahezu reibungslos; kleine Unstimmig-keiten ließen sich schnell klären. Anschließend ging es ins Hallenbad Blankenese. Dort waren zwar gefühlt hundert Kinder im Wasser – eine fröhliche Atmosphäre, die für unsere Zwecke normalerweise nicht ideal wäre –, doch wir hatten ein eigenes, abgetrenntes Trainingsbe-cken nur für uns. Perfekt!
Bereits Anfang September hatte der Landesverband Bayern ein Wassertherapieseminar in Eigenregie ausgerichtet. Auch der Bezirksverein Cottbus und die Selbsthilfegruppe Nordhausen im Harz sind auf diesem Gebiet sehr aktiv. Nun schließt sich Hamburg/Schleswig-Holstein mit seinem neuen Angebot an. So kann es gerne weitergehen.
Anja Janßen, Thomas Becks, Michael Fürst - November 2025
