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Patiententage - Kehlkopfkrebs verstehen
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Kehlkopfkrebs verstehenPatientennachmittag am Marienkrankenhaus Hamburg im Rahmen der Make Sense Campaign
Gesundheit beginnt mit Wissen – unter diesem Leitgedanken lud das Kopf-Hals-Tumor-Zentrum des Marienkrankenhauses Hamburg am Montag, 21. September 2026, zum Informationsnachmittag „Kehlkopfkrebs verstehen“ ein. Die Veranstaltung fand in Kooperation und unter aktiver Beteiligung des Bundesverbandes Kehlkopf- und Kopf-Hals-Tumore e. V. / Landesverband der Kehlkopfoperierten HH/SH e.V. statt.
Der Patientennachmittag war Teil der europäischen Make Sense Campaign, die jedes Jahr im September auf Kopf-Hals-Tumoren aufmerksam macht. Ihr Ziel: Warnzeichen früher erkennen, schneller handeln, besser versorgen. Von 15:30 bis 17:30 Uhr drehte sich im Lichtsaal des Marienkrankenhaus Hamburg alles um Prävention, Früherkennung, moderne Behandlung und das Leben nach der Therapie.
Vom Marienkrankenhaus waren Prof. Dr. Münscher, Chefarzt der HNO-Klinik, PD Dr. Möckelmann, Leitender Oberarzt und Sektionsleiter der Kopf-Hals-Tumor Chirurgie, sowie Frau Dr. Dorier dabei.
Aktuelles Wissen aus erster Hand
Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Münscher gab Frau Dr. Dorier einen aktuellen Überblick zum Kehlkopfkrebs. Sie spannte den Bogen von den Ursachen und Risikofaktoren über Warnzeichen wie anhaltende Heiserkeit oder Schluckbeschwerden bis zu den heutigen Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten.
Eine zentrale Botschaft zur Früherkennung lautet: die 3-Wochen-Regel. Wer länger als drei Wochen Beschwerden hat, etwa eine anhaltende Heiserkeit, sollte zum HNO-Arzt gehen. Denn je früher Kehlkopfkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen und desto schonender ist oft die Behandlung.
Der Vortrag war fachlich fundiert und zugleich verständlich – genau das, was Betroffene und Angehörige brauchen, um ihre Situation einordnen zu können.
Der Weg zurück ins Leben – aus Sicht eines Betroffenen
Im Anschluss wechselte die Perspektive. Michael Fürst vom Landesverband der Kehlkopfoperierten Hamburg/Schleswig-Holstein e. V. berichtete aus eigener Erfahrung, was ein Patient in dieser Situation erlebt und empfindet.
Er nahm das Publikum mit auf den gesamten Weg:
1. Die Diagnose – der Moment, in dem plötzlich nichts mehr ist wie vorher, und die vielen Fragen, die sich auftun.
2. Die Therapieentscheidung – zwischen Hoffnung, Angst und der Notwendigkeit, in kurzer Zeit eine weitreichende Entscheidung zu treffen.
3. Die Operation – und das Aufwachen in einem neuen Leben ohne Kehlkopf.
4. Zurück ins Leben – Stimme, Alltag, Familie und Beruf neu erobern, Schritt für Schritt.
Gerade dieser ehrliche Blick von innen machte deutlich, wie wichtig neben der medizinischen Versorgung auch Begleitung, Information und Mut machende Vorbilder sind. Hier setzt die Selbsthilfe an: Betroffene unterstützen Betroffene – vor der Operation, im Krankenhaus und danach.
Reger Austausch mit dem Ärzteteam
Im Publikum saßen zahlreiche Betroffene und Angehörige, aber auch viele interessierte Menschen, die sich über die Erkrankung informieren wollten. Entsprechend lebhaft war der anschließende Austausch.
Prof. Dr. Münscher, Dr. Möckelmann und Frau Dr. Dorier nahmen sich viel Zeit für die Fragen der Gäste – ob zu Behandlungsoptionen, zur Nachsorge oder zum Alltag nach der Therapie. In offener und vertrauensvoller Atmosphäre kamen Ärzte, Patienten und Selbsthilfe miteinander ins Gespräch.
Fazit: Gemeinsam informieren – gemeinsam unterstützen
Eine rundum gelungene Veranstaltung. Die Verbindung aus aktuellem medizinischem Wissen und gelebter Patientenerfahrung hat gezeigt, wie gut Klinik und Selbsthilfe einander ergänzen.
Ein herzlicher Dank gilt dem Team des Marienkrankenhauses für die Einladung, die Organisation und die gute Zusammenarbeit. Wir freuen uns auf weitere gemeinsame Veranstaltungen – denn je früher Betroffene gut informiert sind, desto besser können sie ihren Weg gehen.
Michael Fürst - 07.10.26
